Der Tag danach…jesses, der Cheffe El Herdplatte Schär-Lee und der Lumberjack from Sweden Sörgel Ölerer hatten sich einen Muskelkater im Kopf der härteren Sorte aufgelesen…dieser Fox-Trott Merlot plus das Heer an weissen Russen hatte ihnen übel zugesetzt und man einigte sich auf ein erstes Vorfrühstück: Bananen & Aspirin. Nach diesem ausgiebigen Gelage gönnte man sich weitere Stunden im Nirvana der Rehe und der Meiten.
Nach dieser wundersamen und –baren Reise ging es auf nun zum richtigen Frühstück: Die Herren verwöhnten sich mit einem fast normalen „Zmorge“: Nur anstatt der mittlerweile standardisierten 4 Eiern, hat El Herdplatte 40 Eier gemacht, aufgrund des dicken Kopfes. Hat auch nix gemacht – wir haben die Bären gefüttert. Obwohl das überall streng verboten ist, hatten wir das Gefühl, die Bären waren glücklich und sie haben sich auch überaus freundlich bei uns bedankt, mit einem überdimensionierten „big shit“ vor unserer Türe – sehr schön!
Danach war es mal wieder an der Zeit, den Campground zu verlassen und sich einen starken und gleichzeitig guten Expresso zu suchen. Und man merke, dies ist keine einfach Aufgabe, da es doch fast ausschliesslich schwarzes Wasser serviert gibt – auf gut Deutsch „einen Scheisskaffee“!
Wie auch immer, wir hatten Glück und fanden das Second Cafe, wo uns überaus schnuckelige Japanerinnen bedienten. Und der Erpresso war wirklich gut!!! Sayonara miss Saigon conischiwaschiwa oder so…
Anschliessend hiess es für die beiden Wandersleute, Schuhe schmieren, Kneipp’s Fussöl einreiben und die Wandersocken hochkrempeln. Unser erster Hike stand auf dem Stundenplan. Einstiegsort oder gut englisch der Trailhead befand sich dabei unweit des Viewpoints der Bow Falls. Ausgerüstet mit Mineralwasser, Kameras und einigen Riegeln machten wir uns auf den gut 10 km langen Marsch, entlang dem Bow River durch den Auenwald. Zwischenzeitlich fing es wieder an zu regnen, El Cook packte seine EOS in ein regensicheres Regenmänteli ein, das zuvor einige Tomaten beherbergte.
Die einmalige Landschaft war auch trotz der widrigen Umstände ein Augenschmaus. Das Wetter schien den beiden Bärenbrüder hold zu sein, drückte doch nun langsam die Sonne durch und zwang die Rotsocken, ihr Tenü etwas zu erleichtern. Weiter gings dem Fluss entlang, über Elchskacke, die noch dampfte, an fast reifen Blaubeersträuchern vorbei immer weiter Richtung Hoodoos, was laut unserem Wanderguide das Endziel darstellen sollte. Dieses erreichten wir jedoch nie, da wir irgendwie vom Weg abkamen und uns wieder zurück zum eigentlichen Wandersweg durchschlagen mussten. Dieser Umweg hatte jedoch auch sein Gutes, wir sahen etliche pelzigbeschwanzte Tiere, die sich auf umliegende Tannen flüchteten.
Ein Blick auf unsere Uhren zeigte uns, dass wir eigentlich am Etappenziel angekommen sein sollten. Da dies jedoch nicht der Fall war und wir heute noch eine Unterkunft aufsuchen mussten, war eine Umkehr unumgänglich.
Der Rückweg führte uns kurz vor dem Einstiegsort dann noch an zwei äsenden Tieren vorbei, die ihr Zvieri im weichen Moos einnahmen. Die attraktive Hirschdame wurde dabei von ihrem Gatten, einem stolzen 4-Ender, akribisch beobachtet, damit kein Übergriff der beiden Horny-Hiker stattfinden konnte.
Zurück beim Camper entledigten wir uns, unserer schweissnassen Textilien und berieten den weiteren Plan. Der hiess: zurück nach Lake Louise, wo wir auf dem Lake Louise Trailer Campground eine anständige Site zugewiesen erhielten. Nach einer erfrischenden Dusche, die der Herr Olma mit gekürzter Hose in Angriff nahm und sich dabei fast seinen Weiner verkühlt hätte, holten wir dann die Pfannen aus dem Schrank und wärmten den gestrigen Pasta-Pilz-ich-werd-wahnisnnig-vor-lauter-Zwiebeln-Eintopf. Dazu gabs Salat und zwei herrlich gekühlte Canadien, die dieses Meal herrlich untermalten. Die Abendunterhaltung bestand aus „the best of Pocher“ und musste infolge der immer tieferen Temperaturen im Schlafsack geschaut werden. Es wurde sogar so kalt, dass wir unsere Pudelmützen montierten und die Beinchen in Trainerhosen verstauten.
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