Der Morgen empfing uns mit wunderbarem Sonnenschein, trotzdem machte sich unser gestriger Abend noch ein bisschen bemerkbar. Aber da hilft alles Jammern nix, wir mussten unsere Sachen packen, denn heute gehts wieder nach Haus. Nach und nach leerte sich das Zimmer und sämtliches Material wanderte in unsere Koffer. Serges Coop-Superpunkte-Koffer hatte bereits doppelte Grösse und auch Gewicht erreicht und es sollte ja noch mehr reinkommen: der Herr Olbas hatte in Nanaimo noch die berühmten Süssigkeiten gekauft, welche er vorübergehend im Hotelkühlschrank aufbewahrte. Nach einer letzten Dusche gings runter an die Reception, um den finalen Outcheck vorzunehmen. Die schnippische Asiatin am Desk legte uns die Rechnung vor und wir gaben unser Gepäck nochmals auf, um ein letztes Frühstück in Vancouver geniessen zu können. Doch vorher gings noch an die Internet-Station, wo wir unsere Rückflüge bestätigen und die Sitzplätze reservieren liessen. Unser letztes Morgenessen nahmen wir dann tatsächlich in einem Bioladen ein, wo es wirklich herrliche Sachen zu speisen gab. Das Wetter war herrlich und wir liessen uns draussen die Sonne auf den Pelz scheinen. Den restlichen Morgen verbrachten wir dann im Stanley Park, wo wir ein Pärchen beim Tennisspielen bestaunen konnten.
Es überfiel uns plötzlich eine unglaubliche Müdigkeit, der Körper nahm wohl auch langsam Abschied von Kanada. Während wir so auf einem Bänkchen sassen – wie ein altes Ehepaar – fuhr vor uns plötzlich ein Pickup vor, ein Mann stieg aus und schlug mit einem Hammer ein Wegweiserschild in ein Rasenstück. Er war schon im Begriff wieder ins Auto zu steigen, als er nochmals zurückschaute um sein Werk zu bestaunen. Kopfschüttelnd kehrte er zum Schild zurück, drehte es um 180° Grad und gab nochmals 2 Schläge obendrauf. Dann bestieg er seinen Wagen und brauste davon. Wir schauten uns kurz an und verfielen in ein minutenlanges Gelächter, von Tränen begleitet. Der Mann aus der Heimwerkernation schlechthin hatte sein Wegweiserschild voll in die verkehrte Richtung gesetzt. Das war Situationskomik vom Feinsten. Nun hiess es aber zurück ins Hotel und ab zum Flughafen, es gibt nichts schlimmeres als Stress zum Ferienende. Für Sergey Obama gabs aber noch eine heikle Aufgabe zu lösen: Wohin mit den Nanaimo Bars? Die indianischen Süssgkeiten, welche bis jetzt im hoteleigenen Kühlschrank aufbewahrt wurden, mussten noch in die Riedtaler Zauberkiste verstaut werden. Mit viel Gewalt und skeptischen Blicken einiger Schaulustiger schaffte es der Trommelgott dann doch noch, seine Kappa-Tasche zu schliessen.
Via Bustransfer gings an den Flughafen, wo noch ein Bier und etwas zu essen auf uns warteten. Auch eine kurze Shoppingtour, um die letzten kanadischen Dollars auszugeben lag noch drin. Boradingtime war Viertelvorsex und gemeinsam mit hunderten von Engländern gings an Board der britischen Always Maschine. Der Rückflug verlief -ausser dem obligat schlechten Essen – sehr angenehm, mit herrlichen Filmen („In Bruges“, „Don’t mess with Zohan“) und wir erreichten anderntags um 10 Uhr London.
Nach mühsamer Zollkontrolle beruhigten wir uns mit einem halben Liter Murphy’s an der Flughafenbar. Und dann war auch schon Zeit, zum letzten Mal den Flieger zu besteigen, um den finalen Flug nach Zürich anzutreten. Das Wetter war uns immer noch hold gestimmt und bot so den idealen Rahmen, in Kloten zu landen. Dort wartete auch schon sehnsüchtig unsere Chauffeuse Nina, die ihren Sergey endlich wieder in die Arme schliessen konnte. Sie fand dann auch nach einigen Minuten den Weg durch Herrn Obamas Bart.
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